Verstärkt durch die Pandemie hat die Anzahl von Beschäftigten App-basierter Lieferdienste, die mit dem Fahrrad oder E-Bike unterwegs sind, stark zugenommen. Mit dem Wachstum der Branche stieg auch die Berichterstattung zu prekären Arbeitsbedingungen bei dieser Form von Beschäftigung, z.B. zu Arbeitszeiten. Unklar ist aktuell, welche Verkehrssicherheitsprobleme in welchem Ausmaß mit der Arbeit als Rider*in verbunden sind. Vor diesem Hintergrund verfolgte die vorliegende Studie das Ziel, die bislang in Deutschland nur begrenzt evidenzbasiert beschriebene Verkehrssicherheitslage von Rider*innen explorativ zu erforschen und daraus belastbare Ansatzpunkte für Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Hierzu wurde eine mehrsprachige Online-Befragung in der Fahrrad-Lieferdienstbranche durchgeführt. Insgesamt zeigen die Ergebnisse einen klaren, für die Präventionsarbeit hoch relevanten Befund: Unfälle sind mit einer Ereignisrate von 0,91 Unfällen pro Person (910 Unfälle pro 1.000 Rider*innen) im letzten Jahr in dieser Gruppe sehr häufig. Dabei handelt es sich überwiegend um Alleinunfälle, die stark mit Witterungs- und Infrastrukturfaktoren (insbesondere rutschigem Untergrund, Schienen, Unebenheiten) verknüpft sind. Rider*innen verletzen sich bei rund jedem zweiten Unfall. Aus den Befunden ergeben sich verschiedene Handlungsansätze für die Präventionsarbeit. Die Studie wurde von der Technischen Universität Dresden im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und in Zusammenarbeit mit diesem durchgeführt.
Sicher unterwegs auf zwei Rädern: Verkehrsunfälle und Präventionspotenziale im Arbeitsalltag von Rider*innen
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